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Die Abschlussfahrt
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Datum:01.01.26 21:05 IP: gespeichert
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Hey ihr Lieben im Forum! ✨
Frisch zum Jahresstart wage ich mich auf ganz neues Terrain und präsentiere euch meine allererste Geschichte! 🎉
Ich bin super aufgeregt und würde mich riesig freuen, wenn ihr mal reinlest – natürlich darf auch gerne konstruktives Feedback dabei sein, ich habe noch viel zu lernen!
Mein Plan: Jeden Sonntag soll ein neuer Kapitel-Teiler erscheinen … wenn’s mal hakt, bitte nicht böse sein – dann wird’s eben kurz spannend gelassen. 😉
Ich wünsche euch ganz viel Vergnügen beim Lesen und freue mich auf eure Gedanken!
Euer Chastityenterprise
Die folgende Geschichte ist ein Werk meiner eigenen Fiktion. Alle dargestellten Ereignisse, Handlungen und Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, lebenden oder verstorbenen, sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Sämtliche Figuren in dieser Erzählung sind volljährig (über 18 Jahre alt).
Dieses Werk verdankt viel den wachsamen Augen und klugen Köpfen aller Probeleser. Für ihre konstruktive Kritik und die Fülle an guten Ideen bin ich zutiefst dankbar.
Die Abschlussfahrt
Prolog
Nach vielen Jahren gemeinsamen Lernens, Prüfungsstress und unzähligen Erinnerungen stand für den 13. Jahrgang endlich ein besonderes Highlight bevor: Die Abschlussfahrt! Ziel der Reise war Amsterdam – eine Stadt, die mit ihrer lebendigen Atmosphäre, kulturellen Vielfalt und einzigartigen Geschichte für alle etwas zu bieten hatte.
Bereits seit mehreren Wochen liefen die Planungen auf Hochtouren. Eine eigens gebildete Schülergruppe kümmerte sich gemeinsam mit den begleitenden Lehrern um Organisation und Ablauf. Dabei standen Fragen nach Unterkunft, Programmgestaltung und Budget im Vordergrund. Die Entscheidung fiel schließlich auf ein zentral gelegenes Hostel, das es der Gruppe ermöglichte, die Stadt auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden – ganz im Sinne der typisch niederländischen Lebensweise. Gemeinsam sollten wir mit dem Zug anreisen. Die Verbindung war phänomenal: Nur einmal Umsteigen und mit wenig Wartezeit!
Das geplante Programm sollte eine gelungene Mischung aus Kultur, Freizeit und Gemeinschaft bieten. Auf der Liste standen unter anderem ein Besuch des Anne-Frank-Hauses, eine Grachtenrundfahrt durch die historischen Kanäle, der berühmte Blumenmarkt sowie ein Abstecher ins Rijksmuseum oder Van-Gogh-Museum. Natürlich blieb auch genug freie Zeit, um in kleinen Gruppen die Stadt auf eigene Faust zu entdecken, durch die Straßenmärkte zu schlendern oder gemütlich in einem der zahlreichen Cafés zu sitzen.
Der besondere Höhepunkt sollte der gemeinsame Abschlussabend sein, an dem der gesamte Jahrgang zusammenkam, um auf die vergangenen Schuljahre zurückzublicken und die bevorstehenden neuen Lebensabschnitte zu feiern.
Die Abschlussfahrt sollte nicht nur ein kulturelles Erlebnis sein, sondern auch den Zusammenhalt stärken und unvergessliche Erinnerungen schaffen, bevor der Ernst des Abiturs begann. Auch für mich wird diese Abschlussfahrt in besonderer Erinnerung bleiben, wie es sich im Laufe der Fahrt noch herausstellen sollte.
Die Vorfreude war groß – und obwohl noch einiges zu planen blieb, war eines sicher: Die Tage in Amsterdam würden für alle ein krönender Abschluss einer langen und ereignisreichen Schulzeit werden.
Was hatte ich jetzt damit zu tun? Ich darf mich kurz vorstellen: Mein Name ist Rudolf Tanner und ich bin seit etwas über 10 Jahren Lehrer an der Schule. Meine Kollegen nannten mich aber meist nur Rudi. Obwohl ich gar nicht in dem Jahrgang unterrichtete, kannte ich die meisten der Schüler von früher; einige davon seit der 7. Klasse. Damals waren es noch (kleine) Kinder. Jetzt waren sie alle schon 18 oder 19 Jahre alt (manche sogar noch älter 🫣 ). Daher war ich freudig überrascht, als der Tutor des Jahrgangs mich fragte, ob ich als dritte Begleitperson mit nach Amsterdam kommen wollte. Der Jahrgang hatte abgestimmt und ich hatte die meisten Stimmen bekommen! Was für ein Lob! Es war ein echt toller Haufen gewesen, klar wollte ich mit.
[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Chastityenterprise am 01.01.26 um 21:06 geändert
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Die Abschlussfahrt: Erster Tag - Das Abenteuer beginnt
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Datum:04.01.26 12:27 IP: gespeichert
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Erster Tag - Das Abenteuer beginnt
Der Bahnsteig war ein brodelndes Meer aus Rollkoffern, Taschen und aufgeregter Jugend. 56 Personen. 53 Schüler, drei Begleiter. Die Luft vibrierte vor nervöser Energie, ein wildes, unkontrolliertes Geplapper, das von den kalten Wänden des Bahnhofs widerhallte – die letzte Fahrt, der letzte gemeinsame Aufbruch. Als der Zug einfuhr und sich die Zugtüren öffneten erstarb das Gebrabbel, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Sekunden später war der Bahnsteig leer, verschluckt von dem dunklen Bauch des Zuges. Wir hatten einen ganzen Waggon für uns allein. Eine Inszenierung, zu perfekt, um Zufall zu sein.
Der Zug setzte sich mit einem ächzenden Seufzer in Bewegung, gerade als der letzte Koffer in das Gepäcknetz gezwängt wurde. Und dann, wie ein Dammbruch, kehrte der Lärm zurück. Ein Brausen von Stimmen, das mir bewies, dass dreizehn Jahre Schulzeit nicht ausreichten, um jedes Geheimnis auszutauschen.
Wir Betreuer saßen an einem Tisch, eine Insel der vermeintlichen Autorität. Doch mich hielt es nicht lange. Fast sechs Stunden Fahrt lagen vor uns. Ich trieb durch den Gang, von einer Schülergruppe zur nächsten, ließ mir ihre Zukunftspläne erzählen. Immer wieder kam dieselbe, aufgesetzte Frage: “Dürfen wir Sie duzen und Rudi sagen?”
Meine höfliche Verneinung war ein automatisiertes Ritual. Die Regeln mussten gewahrt bleiben, bis zum Ende.
Doch dann war da Luca. Eigentlich Lucienne. Aber für alle nur Luca. Auch für mich, damals in der neunten Klasse, im Chemieraum, wo sie mir als lebhaftes, körperbewusstes Mädchen in Erinnerung geblieben war. Damals schon war sie forsch gewesen. Jetzt war sie optisch eine Offenbarung.
Sie hatte sich für die Fahrt in eine zweiten Haut aus schwarzem Lycra und Spitze gekleidet. Die Leggings umschmiegte jeden Zentimeter ihrer langen, trainierten Beine und ihres runden, festen Pos wie eine liebevolle Hand. Kein störender Saum, der sich in die Kurven schmiegte, kein Schattenwurf, der mehr verbarg, als er zeigte – nur die reine, unverhüllte Form, die sich dem Blick hingab wie ein offenes Geheimnis. Ihr Oberteil war ein Gespinst aus schwarzer Transparenz, darunter zeichnete sich ein Bustier aus dunkler Spitze ab, das die vollen Kurven unterhalb freizügig umrahmte. Es war ein Meisterwerk der Andeutung, das meine Gedanken sofort in eine gefährliche Richtung lenkte. Sie trug diese Kleidung nicht, sie führte sie vor. Jede Bewegung war Kalkül: der selbstbewusste Gang, der herausfordernde Blick, die Art, wie sie in einer Gruppe unwillkürlich den Raum beherrschte, nicht durch Lautstärke, sondern durch eine stille, unumstößliche Präsenz. Sie wusste genau, wer sie war. Und sie zeigte es.
Ein entscheidendes Detail: Seit der elften Klasse war ich für sie nur noch eine Erinnerung. Unsere schulischen Wege kreuzten sich fachlich nicht in der Oberstufe – keines der Fächer, die ich unterrichte, stand auf ihrem Abiturplan. Als Lehrer war ich bedeutungslos für ihren weiteren Weg. Eine wandelnde Autoritätsfigur ohne wirkliche Macht.
Als ich zu meinem Platz zurückkehren wollte, war er besetzt. Stattdessen fand ich einen freien Sitz direkt hinter Luca. Nur eine dünne Rückenlehne trennte uns. In meiner Naivität griff ich zum Handy, scrollte durch Instagram und likte, was mir gefiel – Bilder von sinnlichen Kurven, von verheißungsvollen Blicken, von einer Ästhetik, die mein verborgenes Begehren spiegelte. Ich fühlte mich sicher, hinter einem anonymen Alias. Doch ich war unvorsichtig. Das Konto war öffentlich, meine Vorlieben für jeden einsehbar, der diesen Namen kannte.
Und sie fand ihn: “CodeSirius”. Ein lächerlicher Name, wie sie später spöttisch bemerkte. Sie musste sich irgendwann, lautlos wie eine Katze, umgedreht und über meine Schulter geblickt haben. Sie hatte die Schlüssel zu meiner intimsten Gedankenwelt in der Hand, und ich ahnte davon noch nichts.
In Amsterdam angekommen waren wir alle erschöpft. Doch das Nachtleben am Leidseplein wartete. Nach einem langweiligem Abendessen im Hostel verteilten sich die Schüler in die Bars und Clubs. Meine Kollegen und ich ließen den Abend in einem Pub ausklingen. Irgendwann gingen wir zurück.
Ich saß allein in der stillgewordenen Lounge des Hostels, als die Tür aufging und eine Gruppe Mädchen hereinströmte. Unter ihnen Luca. Sie sah aus, als käme sie direkt von einem Fotoshooting für ein Tabu-Magazin. Ein winziges, schwarzes Top mit einem Knoten zwischen den Brüsten, der das Dekolleté in einen atemberaubenden V-Schnitt zwang. Eine Jeans, die so eng war, dass sie jedes Detail ihres Körpers betonte, von den schlanken Oberschenkeln bis zu dem perfekt geformten Apfelpo. Ihr Haar war zu einem strengen Pferdesch****z gezähmt, ihre Lippen leuchteten in einem feuchten, fordernden Rot.
Sie entließ ihre Freundinnen mit einem flapsigen “Geht schon mal hoch”. Dann drehte sie sich langsam zu mir. Und ihr Blick traf mich – scharf, gezielt – durch den Dunst des halbleeren Raumes, als wäre alles andere darin plötzlich unscharf und unwirklich geworden.
“Herr Tanner?”, ihre Stimme war ein seidener Schlag, “darf ich mich zu Ihnen setzen?”
Ich nickte, sprachlos. Sie schwebte herüber und setzte sich mir gegenüber in den Sessel. Nicht einfach hinsetzen – sie inszenierte es. Sie ließ sich langsam nach vorne fallen, stützte die Ellbogen auf die Knie und verschränkte die Hände unter dem Kinn. Diese Bewegung war eine gezielte Enthüllung. Der Knoten in ihrem Top spannte sich, die tiefe Spalte zwischen ihren Brüsten öffnete sich mir bis in schwindelerregende Tiefen. Ein goldenes Kettchen glitzerte auf der sanft geschwungenen Haut.
Ich riss meinen Blick hoch, traf auf ihre Augen. Sie fing ihn auf, und ein langsames, wissendes Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus. Dann führte sie, ohne den Blick von mir zu lösen, die Zungenspitze langsam über ihre Oberlippe. Ein simpler, unmissverständlicher Akt, der mir das Blut in die Schläfen trieb.
“Es gefällt mir”, sagte sie leise, während sie sich wieder aufrichtete, “wie Sie mich anschauen. Und wenn Sie glauben, ich merke es nicht.” Sie spielte mit dem Kettchen, zog es sanft empor und ließ es wieder zwischen ihre Brüste verschwinden. Meine Augen folgten jeder Bewegung, und ich bewunderte ihre Haut. “Gefällt Ihnen, was Sie sehen?”
Ich war gefangen. Die Welt um uns schrumpfte auf diesen Sesselkreis, auf ihren Duft nach Vanille und verbotener Blüte, auf das pochende Drängen in meinen Schläfen. “Ähm, ja”, brachte ich hervor. Es klang erbärmlich.
“Gut.” Das Wort war ein Urteil. “Denn ich mag Sie auch. Und Sie werden mir noch sehr nützlich sein.” Ihr Lächeln wurde kalt, berechnend. “Ich habe nämlich Ihren geheimen Instagram-Account gefunden. CodeSirius.” Sie spuckte den Namen verächtlich aus. “So einfallslos. Und Ihre Likes… eine sehr offenherzige Lektüre. Sehr aufschlussreich für das, was ich mit Dir vorhabe.”
[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Chastityenterprise am 04.01.26 um 12:32 geändert
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Story-Writer
    Berlin
 Figo89
Beiträge: 219
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RE: Die Abschlussfahrt
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Datum:08.01.26 22:06 IP: gespeichert
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Also, ich mag das Pacing der Geschichte. Auch dass schon zwei Teile rum sind und wir ja noch gar nichts von den zu behandelnden Fetischen wissen, während für die beiden Hauptpersonen ja schon alles klar ist.
Dafür, dass das deine erste Story ist, machst du extrem viel richtig. Auch dass du Dinge für meinen Geschmack etwas zu ausschweifend und blumig beschreibst, passt aber zur klischeehaften Ich-Erzählung eines Lehrers. Wenn ich an meinen Deutschlehrer zurückdenke, würde der wahrscheinlich einen ähnlichen Wortlaut anschlagen.
Ansonsten ein super Einstieg. Die harten Anfängerfehler wie detaillierte Körperbeschreibungen oder ein Vorstellungstext zur Einleitung hast du ausgelassen. Beide Teile hatten einen Cliffhanger, der zumindest bei mir Fragen offen gelassen hat. Details, die nicht geschichtsrelevant sind, aber die Charakteristika ausmachen, sind vorhanden. Ich habe echt nicht viel zu nörgeln.
Richtig gut. Meine ersten Geschichten waren nicht im Ansatz auf dem Niveau. Meine Geschichten im KG-Forum:
1. Das Notizbuch
2. Lottas Regeln
3. Lauras fesselnde Erlebnisse
4. Der pinke Schlüssel
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Freak
 

Beiträge: 93
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RE: Die Abschlussfahrt
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Datum:09.01.26 19:02 IP: gespeichert
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Lieber Figo,
danke für die Kritik!
Eine Woche ist ganz schön lang... Ich versuche zweimal pro Woche zu posten. Mal gucken...
Weiter gehts... mit dem ersten Tag:
Mein Geist raste, doch mein Körper war zu Eis erstarrt. Sie stand auf, und in einer fließenden Bewegung beugte sie sich über mich. Ihre Hände griffen nach den Armlehnen meines Sessels, kappten dadurch jede Fluchtmöglichkeit. Ihr Atem, warm und süß, strich über meine Lippen. Der Duft ihres Parfüms betäubte mich.
Sie kam so nah, dass unsere Nasen sich fast berührten. In ihren Augen sah ich keinen Triumph, nur absolute Kontrolle. "Ich habe Dich", flüsterte sie, und jedes Wort war ein glühender Nagel. "Ab jetzt tust du, was ich dir sage. Oder ich sorge dafür, dass deine ganz privaten Vorlieben die Runde durch jede WhatsApp-Gruppe dieser Schule machen." Sie musterte mein entsetztes Gesicht, und ihr Lächeln wurde zu einer grausamen Grimasse der Zufriedenheit. Zum Abschied formten ihre feuchten, roten Lippen einen lautlosen Kuss. "Du wirst mir noch gute Dienste leisten. Jetzt Schlaf gut. Träume etwas heißes von mir."
Dann war sie weg. Sie ließ mich zurück, zitternd, mit klopfendem Herzen und einer lähmenden Mischung aus Angst und bekenntniserzwungener Erregung. Es dauerte lange, bis ich die Kraft fand, aufzustehen und in mein Zimmer zu taumeln.
Dort lag es. Ein schmaler, gefalteter Zettel, unter der Tür hindurchgeschoben. Ich hob ihn auf, und ein vertrauter Hauch von Vanille und ihrer persönlichem Blumenduft stieg mir in die Nase – ein Duft, der jetzt nach Besitz und Drohung roch. Mit zitternden Fingern entfaltete ich das Papier.
In ihrer geschwungenen, bestimmten Handschrift stand ein einziger Satz:
»Du gehörst jetzt mir.«
Darunter, in demselben kräftigen Rot, das ihre Lippen geschmückt hatte, der Abdruck eines vollen Kussmundes. Ein Siegel. Ein Brandmal.
Ich ließ mich aufs Bett fallen, den Zettel an meine Brust gepresst. Der Duft hing im Raum, unausweichlich, und wickelte sich um jeden meiner Gedanken. Es war keine Einladung. Es war eine Besitzergreifung. Die Worte brannten sich hinter meine Augenlider:
»Du gehörst jetzt mir.«
Und in der Stille meines Zimmers, beschämt und fasziniert zugleich, wusste ich, dass es die Wahrheit war.
Die Nacht war lang, und jeder Gedanke kreiste um sie, um ihre Berührung, ihre Drohung und das gefährliche Versprechen, das in ihrer letzten Geste gelegen hatte. Das Spiel hatte begonnen. Und alle Regeln gehörten ihr.
Zweiter Tag – Das Spiel der Erniedrigung
Obwohl mir die lange Reise in den Knochen lag und ich völlig erschöpft war, fand ich keinen Schlaf. Der Wecker riss mich viel zu früh aus einem unruhigen Dämmern, und ich fühlte mich wie gerädert. Die Worte Lucas kreisten unaufhörlich in meinem Kopf, ein bedrohlicher Ohrwurm. In meinem Zimmer hing noch immer der dezente Hauch ihres Parfüms – Vanille und verbotene Blüte –, ein unsichtbares Band, das sie an mich geknüpft hatte. Was wollte sie? Was verbarg sich hinter »gute Dienste leisten«? Ich verstand es nicht, und mein Geist produzierte ein tierisches, unkontrollierbares Kopfkino. Die Welt um mich herum hatte ihren Sinn verloren.
Aufstehen, duschen, anziehen – alles vollzog sich in einem automatischen, traumwandlerischen Trott. Ich war körperlich anwesend, doch mein Bewusstsein war noch immer in der Nacht gefangen. In meinem Zimmer fiel mein Blick erneut auf den Zettel. Ich nahm ihn, presste ihn gegen mein Gesicht und sog tief den verblassenden Duft ein, der mich sofort wieder in ihren Bann zog. Mein Daumen strich über den Abdruck ihres Kussmundes. »Du gehörst jetzt mir.« Die Worte blieben ein undurchdringliches Rätsel.
Auf dem Gang zum Frühstücksraum begegneten mir die ersten Schüler. „Guten Morgen, Herr Tanner!“ riefen sie munter. Dann überholte mich Luca. Ihre Anwesenheit traf mich wie ein elektrischer Schlag. „Guten Morgen! Sie sehen aber gar nicht ausgeschlafen aus“, sagte sie, und ihr Lächeln war ein vielsagendes, gefährliches Blinzeln. Mein Verstand strauchelte. Gestern Abend noch das private, fast schon intime ‚Du‘, jetzt wieder die distanzierte Höflichkeitsform. Was trieb sie? Welches Spiel spielte sie?
Zuerst brauchte ich einen Kaffee. Die Schlange war kurz, die meisten saßen bereits am Tisch und aßen. Gerade als der Automat surrend meine Tasse füllte, stand sie plötzlich neben mir. Ihr Blick glitt flink durch den Raum, dann senkte sie die Stimme zu einem verführerischen, doch unmissverständlichen Befehl: „Gib mir deine Tasse.“ Ihre Worte duldeten keinen Widerspruch. Mechanisch reichte ich sie ihr. Mit einer Geste, die zwischen Herausforderung und Hingabe schwebte, beugte sie sich vor. Ihr Mund stand einen Augenblick lang leicht geöffnet, feucht und verheißungsvoll, bevor sie – langsam, absichtlich – einen einzelnen, klaren Tropfen ihres Speichels in die dampfende Tasse fallen ließ. Ein stiller Akt der Übergabe, der in der Hitze sofort verschwand und doch alles veränderte. Ein perfekter Tropfen, der sich mit dem Kaffee vermischte – ein dunkles, persönliches Siegel. „Wer so etwas liked, muss auch mal in den Genuss kommen“, zischte sie und drückte mir die Tasse zurück in die Hand. „Und wehe, du trinkst sie nicht brav aus.“
Dann drehte sie sich um und ging. Ich konnte nicht anders, als ihren sich wiegenden Gang zu verfolgen, die Art, wie der Stoff ihrer Jeans jeden Muskel ihres perfekt geformten Pos umspielte. Es wirkte absichtlich, eine stumme Herausforderung. Ich stand mit offenem Mund da, die dampfende Tasse, plötzlich ein Zeugnis unserer verworrenen Nähe, in der Hand.
In diesem Moment durchfuhr es mich: Sie hatte alles gesehen. Meine Likes. Die Reels. „I ordered extra cream.“ Oh Gott. Da war ja noch mehr. Viel mehr. Intimes. Peinliches. Ich war enttarnt, wehrlos und ihr ausgeliefert. Mein Appetit war vergangen. Gedankenverloren ließ ich mich auf einen Stuhl fallen, nippte an dem Kaffee, der nun einen Teil von ihr in sich trug und ihre Dominanz widerspiegelte. Ich versuchte verzweifelt, einen klaren Gedanken zu fassen.
„Hey, alles in Ordnung? Du siehst blass aus.“ Mein Kollege riss mich aus der Lähmung. „Nein, alles klar, ich bin nur müde“, log ich mit belegter Stimme und schob mich Richtung Frühstücksraum. Es gelang mir, ein Brötchen hinunterzuwürgen. Es schmeckte nach nichts. In mir drehte sich ein Karussell aus Angst, Scham und einer unheimlichen, aufkeimenden Erregung.
Ich schloss die Augen. Die Welt drehte sich, haltlos, orientierungslos. Gedanken kollidierten, zersplitterten, jagten sich. Alles verschwamm – die Vergangenheit, eine Zukunft, die plötzlich bedrohlich unsicher war. Je fester ich die Lider schloss, desto lauter wurde das Rauschen, und desto deutlicher wurde ihr Gesicht darin. Warum ich? Mit ihrer traumhaften Figur, ihrer tödlichen Aura, konnte sie sich jeden nehmen. Was wollte sie bei einem alternden Lehrer? Zugegeben, im Verborgenen hatte ich immer Sehnsüchte gehegt, die mit Führung, mit Hingabe zu tun hatten… Dinge, die im beruflichen Alltag absolut tabu waren. Luca, diese junge Anführerin, hatte diesen wunden Punkt mit der Präzision eines Scharfschützen erkannt und spielte nun ihre Trümpfe aus. Besaß sie, diese 19-Jährige, wirklich die dominante Reife, um mich so zu führen? Ihr eisernes Selbstbewusstsein ließ kaum einen Zweifel.
Der Frühstücksraum leerte sich. Ich nippte an dem mittlerweile kalten Kaffee, als sie plötzlich wieder da war. Ich hatte sie nicht kommen hören. „Darf ich Ihnen noch einen Kaffee bringen?“ Ihr Auftauchen ließ mich zusammenzucken. „J-ja, bitte“, stammelte ich. Sie war mit meiner Tasse verschwunden und kehrte zurück, als wir völlig allein waren. Sie trat so nah an mich heran, dass ich die Wärme ihres Körpers spürte und ihr Parfüm mich betäubte. Unsere Kleidung berührte sich fast. „Wieder mit meiner sehr persönlichen Note“, flüsterte sie, ihr Atem streifte mein Ohr. „Du musst keine Angst haben. Solange du tust, was ich dir sage, bleibt es unser kleines Geheimnis. Und es wird mir großen Spaß machen, dich an deine Grenzen zu führen… und vielleicht auch ein Stückchen darüber hinaus. Weigerst du dich jedoch…“ Sie machte eine winzige, bedeutungsvolle Pause. „…dann sorgen ein paar Screenshots für eine ganz besondere Art von Aufregung.“ Dann war sie fort. Ich starrte ihr nach, wie ein gefangenes Kaninchen, gebannt vom Blick der Schlange. Sie hatte mich. Sie hatte mich wirklich bei den Eiern gepackt. Das konnte meinen Job, meine Existenz kosten. Ich hatte keine andere Wahl. Ich musste mitspielen.
Die Grachtenfahrt war eine surreale Pause. Die Schüler lachten, der Kapitän dozierte. Ich döste vor mich hin, bis mein Blick auf Luca fiel. Sie starrte mich an, riss demonstrativ die Augen auf und deutete auf ihr Handy. Mein Herz setzte aus. Ich griff nach meinem Gerät. Nichts. Dann der Gedanke: Insta. Mit zitternden Fingern loggte ich mich in den geheimen Account ein. Eine neue Nachricht von »Lady L.« blinkte.
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